Schulentwicklung
Präsentation „Schule neu denken“
(Präsentation wird per "linker Maustaste" gesteuert)
der Birkendorf-Grundschule
I. Zielsetzung
Die Grundschule qualifiziert die Schülerinnen und Schüler für ihre Zukunftsbewältigung, im Besonderen zur Bewältigung der Anforderungen für die weiterführenden Schulen.
II. Struktur zur Organisation
1.1 Lernen in Bereichen/Themen
Im Rahmen des schulspezifischen Curriculums sollen den Schülerinnen und Schülern Standards (Basiswissen) vermittelt werden. Über dieses Basiswissen hinaus erfolgt eine Themenöffnung für individualisierendes Lernen und die Entwicklung von Spezialistenkompetenz.
Aufgezeigt am Beispiel des Themas „Wasser“ werden inhaltlich die Standards der einzelnen betroffenen Fächer vermittelt. Darauf aufbauend bietet eine Themenöffnung die weitere Auseinandersetzung der Thematik nach Wahl:
· Bildende Kunst (Aquarelle etc.)
· Heimat und Sachkunde (technische Formen wie Funktionsmodellbau einer Wasser- bzw. Abwasserversorgung
(Umgang mit entsprechender Literatur, Sprache und Grammatik)
1.2 Methodenkompetenz
Unter diesem Aspekt werden im Laufe der 4jährigen Grundschulzeit den Schülern die Techniken des „Lernen lernens“ vermittelt. Diese erfahren die Schüler und Schülerinnen durch Lehrkräfte, besondere Modelle wie Lesezirkel und computerunterstützten Lernens verbunden mit dem Umgang neuer Medien.
1.3 Vermittlung von Sozialkompetenz
In entsprechenden Unterrichtskonzeptionen erlernen Schülerinnen und Schüler den Umgang mit- und untereinander, Gruppen- und Teambezogenes Arbeiten, Formen des Umgangs, Bewältigung von Konflikten, Helfen und Engagement.
1.4 Lerninseln
Durch das in den personellen Ressourcen angestrebte Tutorensystem wäre die Aufteilung der Klassen in leistungshomogenere oder interessenbezogene Gruppen, zur Differenzierung und Individualisierung von Lernen möglich. Am Beispiel der zweizügigen Birkendorf Grundschule nachvollziehbar, wird eine Klassenstufe in 4 Lerninseln entsprechend des Niveaus oder ihrer Interessenlage unterrichtet werden.
1.5 Pädagogischer Tages-/Wochenplan
In einem pädagogischen Tages- und Wochenplan fließen die kulturellen Angebote durch Vereine, Jugendkunst- und Musikschule organisatorisch in den Wochenplan mit ein, wodurch sich eine Mehrzeitenschule - nicht gleichbedeutend mit Ganztagsschule - ergibt. Der Einstieg in den Tagesplan am Morgen erfolgt durch musische – künstlerische -sportliche Themen, die durch Lernblöcke mit kognitivem Schwerpunkt fortgesetzt und wie am Anfang der Unterrichtsmorgen abgeschlossen wird. Der Einstieg nach einer Mittagspause an der Schule, ergänzt durch Hausaufgabenbetreuung, beginnt wiederum durch musische – künstlerische - sportliche Aktivitäten. Die Fortsetzung erfolgt durch Lernblöcke mit kognitiven Schwerpunkten, um den Unterrichtstag ebenfalls mit einem musisch – künstlerischen - sportlichen Bereich abzuschließen. Der Wochenplan beinhaltet so 2 - 3 Unterrichtsnachmittage bzw. 2 – 3 unterrichtsfreie Nachmittage. In diesem Wochenplan sind somit durch Ergänzungsangebote Lernen, Spiel, Motorik, Musik, Kreativität und Ästhetik miteinander verknüpft und eingebunden.
2. Personelle Ressourcen
2.1 Stellenaus- und -beschreibung durch die Schule
Um die Nachfrage von Fachkompetenzen zu erfüllen, schreibt die Schule die Stellen entsprechend ihrem geforderten Profil und den Anforderungen selbst aus und regelt die Einstellungsverfahren. Eine Stundenbudgetierung durch die übergeordneten Dienststellen gibt die Rahmenbedingungen zu den Einstellungsmöglichkeiten.
2.2 Lehrauftrag
Im Rahmen des Lehrauftrags erfolgt eine veränderte Einteilung von Unterrichtsverpflichtung, Schülerkontaktzeiten und eine Schulpräsenz. Dazu geeignete Verteilungsmodi bedürfen einer Diskussion. Der bisherige Lehrauftrag von derzeit 29 Stunden eines GHS-Lehrers wird in Abwandlung auf beispielsweise 32 Stunden erhöht. Im Rahmen dieser 32 Stunden beinhaltet wären dann
20 Stunden Unterrichtsverpflichtung,
6 Stunden Kontaktzeiten zu Schülern (Lerncoaching, Hausaufgabenbetreuung, etc.) und
6 Stunden Schulpräsenz zur gemeinsamen Unterrichtsvorbereitung und Organisation. Bei Teilaufträgen muss das Modell entsprechend übertragen werden.
2.3 Ausbildung
Personen, die das Lehramt eines Grund- und Hauptschullehrers anstreben, immatrikulieren sich im Anschluss unmittelbar nach dem Erwerb der Hochschulreife und werden in einer Schule einem Klassenlehrer für ein einjähriges Tutorium zugeordnet.
· Studierende, die das Lehramt anstreben, erhalten nach diesem ersten Praxisjahr Jahr (1 Schuljahr) eine Einschätzung ihrer Qualifikation durch die betreuenden Lehrkräfte sowie der Schule und beurteilen ihre Fähigkeit zum Umgang mit Schülern selbst.
· Das wissenschaftlich Studium ist durch praktische Erkenntnisse und Vorerfahrungen untermauert.
· In einer zweizügigen Grundschule, wie am Beispiel der Birkendorf Grundschule, lässt sich so zusammen mit den Klassenlehrern eine Klassenstufe auf 4 Lerninseln entsprechend der individuellen Situation einteilen und die Unterrichtseffektivität in hohem Maße steigern.
Die bisherigen Schul-, Sozial- und Betriebspraktika mit dem Umfang eines Semesters sowie ein Studiensemester (Modalitäten müssten noch mit Hochschule und Lehrerseminar durchdiskutiert werden) entfallen. Somit entstehen für den Studierenden keine wirtschaftlichen Nachteile, im gleichen Zug ist aber auch nicht an eine Aufwandsentschädigung für die Tutorentätigkeit gedacht, wodurch personelle Ressourcen ohne Kosten zur Verfügung stehen.
2.4 Mediator / Moderator / Schulpsychologe
Immer öfter auftretende Konfliktsituationen oder Lernstörungen verlangen immer mehr Konfliktmoderationen und Gespräche Schüler ↔ Schüler, Lehrer ↔ Schüler, Lehrer ↔ Eltern, die meist umgehend stattfinden sollten, den allgemeinen Betrieb aber hemmen, wenn dies durch Lehrkräfte oder Schulleitung geregelt werden muss. Eine qualifizierte Person muss hier im Verbund mit 2, 3 benachbarten Schulen schnell und objektiv in Konfliktfällen vermitteln.
2.5 Elternintegration / Mitarbeit / Experten
Integrative Elternmitarbeit im Schulsystem, Expertenwissen und Entwicklungsimpulse wirken auf die Gestaltung des Schulprofils ein.
2.6 Kunst-, Musik- und Kindersportschule/ Vereine - Integrativ Wirken am Profil der Schule
Jugendkunst-, Musik- und Kindersportschule sowie Vereine gestalten die Unterrichtsarbeit mit und sind in den pädagogischen Wochenplan fest eingebunden.
III. Derzeitige Situation
Einige dieser Punkte sind bereits umgesetzt, wie z. B. ein freiwilliger Präsenznachmittag des Kollegiums an der Schule zur gemeinsamen Unterrichtsvorbereitung, computerunterstütztes Lernen, Vermittlung von Methoden- und Sozialkompetenz, attraktives Schulgelände mit vielfältigen Bewegungsreizen und Einbindung von Bewegungspausen in den Unterricht.
Das Kernstück aber bildet das angestrebte Tutorensystem, das sowohl für die Ausbildung als auch für die personellen Ressourcen der Schule ungeahnte Möglichkeiten schafft, ohne gleichzeitig Kosten zu verursachen. Gleichrangig gilt es, die Einbindung der örtlichen Institutionen Jugendkunst-, Musik –und Kindersportschule sowie Vereine anzustreben.